Ich will weder eine Verlängerung der Start- und Landebahnen noch eine Ausweitung der Betriebszeiten! Wo liegt die mathematische Logik, durch neuerliche Investitionen in einen Ausbau plötzlich mehr Geld zu verdienen, obwohl derzeit jeder zusätzliche Passagier ein dickes Minus einbringt?
Die Kosten pro Passagier betrugen 2005 etwa 19 Euro, die Erlöse jedoch nur 10 Euro – und das ohne Berücksichtigung der Zinskosten für bereits getätigte Ausbauten, die faktisch noch als Verlust oben drauf kommen. Selbst wenn also der Flughafen von heute auf morgen eine 100 %ige Auslastung erzielen würde, also 2,5 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigt, müssten die Gebühren für genau diese Abfertigung um 40% erhöht werden, um die Kosten zu decken. Jeder wird einsehen, dass keine Airline ein Interesse daran hätte, höhere Gebühren zu zahlen und auch eine Steigerung der Passagierzahlen um 47% illusorisch ist. Dortmund ist keine Insel, wo es im Umkreis weit und breit keinen anderen Flughafen gibt!Airlines können eben so gut von Paderborn, Münster/Osnabrück oder Düsseldorf starten, wenn dies für sie billiger ist. Seit 2002 haben sich die Umsatzerlöse pro Passagier in Dortmund von 21 Euro auf 10 Euro halbiert. Es ist realitätsfern zu glauben, dass größere Flieger auf längeren Start- und Landebahnen gewillt sind, höhere Preise zu zahlen! Von höheren Personalkosten für die Abwicklung, mehr Parkraumvorhaltung und immensen Werbekosten mal ganz abgesehen.
Außerdem ist in allen Überlegungen überhaupt nicht bedacht, dass der Dortmunder Flughafen nun einmal direkt an Wohngebieten liegt und der Schutz der Anwohner mit der derzeitigen Betriebszeiten- und Verspätungsregelung einen langjährig erkämpften Kompromiss darstellt. Jetzt erneut nach der alten „Salami-Methode“ vorzugehen erachte ich für höchst unfair gegenüber den Bürgern. Im Übrigen sind Lärm- und Gesundheitsbelastungen nicht nur für die Anwohner unerträglich, sondern sie kosten eben auch Geld – sei es nun durch höhere Lärmschutzmaßnahmen, gestiegene Krankheitskosten oder einen Verfall der Grundstückspreise.
Dass in einer Umfrage des START-Institutes offenbar momentan noch viele Bürger für einen Ausbau sind, könnte sich schlagartig ändern, wenn den Anwohnern in der östlichen City, der Gartenstadt und im landschaftlich idyllischen Süden klar wird, dass die größeren Flieger künftig vor dem Fernsehturm in ihre Wohngebiete abwenden. Denn ein Ausbau der Landebahn kann nur Richtung Westen erfolgen, wodurch der Anflugwinkel verändert wird. Dann sind die Auswirkungen des Flughafens auf die Bürger nicht mehr nur ein Problem einiger weniger Vororte, sondern fast der ganzen Stadt!